Donnerstag, 21. April 2011

Karfreitag, Ostern, was solls

Die Zeitungen melden: Tanzvergnügen und Theateraufführungen sollten am Karfreitag erlaubt sein, weil "es nicht mehr zeitgemäß sei, dass eine Minderheit der Mehrheit ihren Willen aufdrücken könne". Ostern dagegen sieht man weniger im Lichte der Auferstehung Christi, sondern der Bemalung von Ostereiern, dem Suchen und Finden von denselben und der "auferstandenen" Allgegenwart eines Hasen genannt Osterhase. Dieses Fest wird daher folgerichtig schon "Hasenfest" genannt. Was sagt uns das alles?
Wir leben in einer Zeit der säkularen Entwertung verpflichtender Werte unseres Zusammenlebens. Karfreitag ist nun mal nicht mit einem Tanzvergnügen vereinbar. Wenigstens an diesem Tage sollte man "innehalten" können, eine Formulierung, die nun andererseits auch wieder Eingang in die Medienwelt gefunden hat, wenn es um die Bewältigung von tragischen Ereignissen geht ("kollektive Trauer"). Sollte das denn nicht auch für den Kreuzestod Jesu gelten? Ist es denn ein "Aufdrücken" von "Willen", wenn man dieses exemplarische kollektive Trauern wenigstens dabei erlebt, dass man sich den Gang zur Disko spart? Gott ist Mensch geworden und sogar im Scheitern, dieses Wunder zu erleben, ist heute nicht mehr "in". Schade, und wir leben in einer verlogenen oberflächlichen Gesellschaft, die sich multikulturell geben will und doch nur Einheitsbrei serviert. Natürlich sind die Religionen unterschiedlich. Und natürlich gibt es welche, die zur Gewalt aufrufen, oder die unterdrücken...
Ostern: Jesus ist auferstanden. Dieses Wunder ist so jenseits jeder verstandesmäßigen Aufarbeitung, dass seine Leugnung sich problemlos in unser oberflächliches Weltverständnis einfügt. Da sei einer auferstanden? Fahrstuhl oder was? So'n Quatsch. Wen interessiert schon diese eine christliche Urerfahrung? Die Medien, rasch bei der Hand und voller ungeheuerlicher grammatikalischer und orthographischer Fehler in den schnell dahingeschmierten Texten, reflektieren nur den heuchlerischen Mainstream, dem es mehr um die einseitige Nachrichtenvermittlung als um exakte Berichterstattung geht.
Es kann einem schon angst und bange werden um diese beliebige Gesellschaft, die keine Werte mehr zu kennen scheint, noch nicht einmal den Urwert des Tragens von Krawatten...
/ghe

Sonntag, 3. April 2011

Vom Gute, Schönen und Wahren...

Nun ist es so gekommen, wie es uns' Claudia sich geträumt hat: In BW entsteht wohl das erste grüne Bundesland, und es verunsichert die ganze politische Szene. Mappus is weg. Da wäre erstmal das Gute Schöne Wahre, dass Mappus weg ist. Dann das Gute Schöne, dass die SPD nicht noch mehr Federn gelassen hat, und schließlich das Gute, dass Basisdemokratie in unserm Lande doch noch was gilt.
Doch was kommt nun? Die Bundespolitik hat ja erstmal Schockstarre demonstriert. Der sogenannte Atomausstieg der Schwarzen/Gelben ist ja nichts als Beweis für die erstaunliche Fähigkeit, sein Mäntelchen in den Wählerwind zu hängen. Grüner als die FDP ist ja kaum jemand aus einem (Wahl-) Wechselbade gestiegen. Und dieser Ausstieg? Es ist ja eigentliche schlecht möglich, abrupt mit der Kernenergie Schluss zu machen. Dazu sind wird zu sehr abgängig geworden, was natürlich die schlauen Energiekonzerne seit langem geplant haben - und im Ernst - glaubt jemand wirklich, dass dieser Ausstieg, so notwendig er ist, tatsächlich in unserer Generation (nun gut, der "aktiven" Generation) noch kommen wird? Da gibt es Entscheidungen, Kostensteigerungen, Prozesse und Verunsicherungen, dass es nur so seine Art hat. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass… Und wenn wir erst unser eigenes Fukushima haben, werden wir uns die Augen reiben, wenn wir noch können. Wir hier im Saarland leben in allernächster Nähe zu einem unsicheren, alten und störanfälligen AKW in Cattenom. Und da wird einem schon manchmal mulmig. Sarko denkt aber nicht Ernst daran, das Ding abzuschalten. Eher neue zu bauen, und: ein Ausstieg nur auf nationaler Ebene ist so unwirksam wie wenn nur ich selber aufhören würde zu rauchen.
Und auf der europäischen Ebene läuft erstmal garnichts. Öttinger richtet nicht viel aus. Und unsere lieben Konzerne werden schon alles zu verhindern wissen.
/ghe