Donnerstag, 23. Dezember 2010

Weihnachten 2010

Alle sagen, jetzt sei die Zeit des Innehaltens, des Verweilens und der Geduld, denn da wird ja etwas kommen, das wir - recht betrachtet - weder erwartet noch verdient haben. Das Geschenk unseres Gottes, sein Sohn, jüdischer Renegat und in eine Patchworkfamilie hineingeboren, soll uns Frieden und Aussöhnung bringen, seit nun 2010 Jahren. Dafür lohnt es sich, zu warten und innezuhalten, obwohl dieses Geschenk von uns Menschen bisher nicht gewürdigt wurde.
Überall noch Krieg, Unruhe, Auseinandersetzung, homo homini lupus etc. Und doch...
Das mit dem Innehalten - wir haben es verlernt, haben es nicht mehr drauf.
Wir sind ja eine mobile Gesellschaft, die sich jetzt wieder auf den geschlossenen Flughäfen, den überfüllten Bahnsteigen und auf den durch die LKW verstellten Autobahnen versammelt, um dem Fest zu entkommen. Und was geschieht? Der häufigste Spruch der Nachrichtensprecher: "Nichts geht mehr!"
Und das bedeutet, dass wir in unserem Drängen wegzukommen, aufgehalten werden. Ist das nicht ein Zeichen? Auf den Plattformen der Mobilität, den Flughäfen, den Bahnhöfen, auf den Inseln der Fortbewegung, den Autos: kein Wegkommen mit ihnen, sondern Anhalten. Es gab mal einen Film "Terminal" mit Tom Hanks, der auf einem Flughafen strandete, und wo einer seiner neuen Bekanntschaften, ein Jude, zu ihm sagt: "Jetzt ist die Zeit, nachzudenken, wohin man geht, also tue es!". Innehalten, wenn auch auf ungewöhnliche und unerwartete Art. Wenn es uns gelänge, in diesem Zeichen die höhere Kritik zu erkennen, dass unsere Mobilität auch nicht mehr ist, als es die Natur (oder wer?) zuläßt.
Ein Stopp verursacht durch nichts anderes als Naturgewalten, wird von uns nur als Ärgernis jener Institution wahrgenommen, die wir als überwunden ansahen, und mehr als Grund, unsere Rechte als Verbraucher,Bürger oder Konsumverursacher wahrzunehmen, als wahrzunehmen, was sonst noch da draußen passiert. Es gibt alle möglichen Berichte darüber, wie viele es traf, Tausende offenbar, aber ob es viele waren, die wirklich innehielten? Ich glaube nicht.
Man berichtet auch, dass in den Zeitungsmeldungen des vergangenen Jahres die "Kirchen" so häufig Berichts-Gegenstand waren wie nie zuvor. Ein gutes Zeichen sicher nicht, denn der Grund war ein Sündenfall der besonderen, der verwerflichen Art, vorwiegend der katholischen Kirche allerdings. Kein Innehalten, keine Reflexion, wohl aber oberflächlich-rasche Distanzierung, diese sehr weltliche Art der Ausgrenzung.
Innehalten auch in den Familien? In diesen, in vielen, wird entschleunigt, es wird wenigstens am 24sten versucht. Doch gelingt das wirklich, wenn der Alltag vieler Familien von dem genauen Gegenteil bestimmt ist: Citius, latius, altius? Dieser Alltag ist vor allem Berufsalltag, ich kenne diesen Alltag und kann es mir leicht machen, als Rentner kritisch davon zu sprechen. Doch verzehrt dieser Alltag immer mehr den Menschen, ja, er verschlingt ihn und es ist kaum anzunehmen, dass er ihn wieder ausspuckt wie Jonas.
Innehalten.
Der steht vor der Tür, der sich später für uns opferte. Von dem wir lernen könnten, lebenslang.
"...denn siehe, ich verkündige Euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird: denn Euch ist heute der Heiland geboren..." sagte der Engel.

/ghe

Dienstag, 7. Dezember 2010

Wetten Dass - Wikileaks - Neuroenhancer: unser weihnachtlicher Gabentisch

Nun fehlt es nicht an klugen Kommentaren, wie man es besser (sicherer) machen könnte mit dem ZDF und Wettendass, eine Sendung übrigens, die ich mir schon seit langem nicht mehr antue. Einer der
Schaufiguren, einem Stuntman (auch Schauspielschüler genannt), passierte es also; er liegt als Quotenopfer schwer verletzt im Krankenhaus.
Zwar wurde die Sendung unterbrochen (gut), alle machten betroffene Gesichter, aber das nächstliegende: diese verstiegene Sendung gänzlich in Frage oder (ab-) zu stellen, das fällt niemandem ein. Dabei schaut die Scheinheiligkeit und Heuchelei den ZDF-Größen aus Augen und Ohren,denn nein, sie schielten ja nie nach Quote, einer sprach sogar von einer guten "Sendungsidee",keine Rede von "Bildungsauftrag" oder "Verantwortung" gegenüber dem Zuschauer im gebührenbezahlten Fernsehen. Nun ist Reflexion über solche "letzten Dinge" wohl generell verloren gegangen, denn der Zuschauer will halt "zuschauen", auch dabei, wie Mitmenschen leiden. Gaffer, der er ist, er gibt es nur nicht zu.
Heute ist Voyeurismus eine allgemeine Lebenshaltung, war sie vielleicht schon immer, aber sie wird heute öffentlich und als Sinnziel der Medien vorgetragen.
Auch die Geschichte mit Wikileaks gehört übrigens in diese Kategorie, denn die wenigen in den Medien publizierten "Depeschen" - welch altertümliches Wort: man denkt z.B. an die "Emser Depesche", die den deutsch-französischen Krieg 1870 auslöste - lösen keine Kriege mehr aus (zum Glück), aber bedienen unsere Schadenfreude, Klatsch und Tratsch-Bedürfnisse über den Küchenkrempel der Prominenten. Völliger Kleinkram, wenn es mich auch freut, Niebel als "schräge Wahl" oder Westerwelle als inkompentent bezeichnet zu sehen, oder 's Angela als "wenig risikofreudig".
So werden wieder unsere Wünsche nach Oberflächlichkeit bedient, und was auch noch zunimmt, ist unsere klammheimliche Freude am Schaden des anderen, Gaffermentalität eben.

Vielleicht ist aber (weihnachtliche?) Hoffnung: wie ich im Ärzteblatt lese, werden in naher Zukunft die sog. Neuroenhancer (die irgendwas im hirnlichen Striatum, der Belohnungsinsel???
verstärken) eine "mentale" Umerziehung des so oberflächlichen Menschen ermöglichen, die uns alle zum sog. "guten Leben" führt, so wie "good clinical practice" oder "good government" ja auch schon anerkannte Güteziele sind. Nur: welches gute Leben nun gemeint ist, und von wem es definiert wird, das konnte der Autor nicht mitteilen. Was ist aber GUTES LEBEN???? Dummerweise denke ich wieder an Aldous Huxley.
Ich meine, ein gutes Leben führt wahrscheinlich der Fernsehzuschauer mit und ohne Neuroenhancer vor dem Bildschirm, wenn Wettendass läuft!!! Oder ist das ZDF bereits ein Neuroenhancer?
Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage.
Frohe Weihnachten.
/ghe

Freitag, 1. Oktober 2010

Stuttgart 21 und der Obrigkeitsstaat

Wer auf harmlose Bürger die Polizei hetzt, befürwortet den Polizeistaat. Wie sich die Bilder gleichen: hier und heute prügelnde Polizisten in Kampfuniform, Wasserwerfer und Tränengas, damals und in der DDR 1989 in Leipzig das gleiche. Da stellt man sich doch die Frage, ob die Methoden nicht eine Gesinnung anzeigen, die nicht öffentlich und nicht in den hohlmundigen und nichtssagenden Äußerungen der Politiker zutage tritt, aber doch im Hintergrunde, schwelt. Die Gesinnung nämlich eines durchgreifenden Obrigkeitsstaates, eben eines Polizeistaates, der den Bürger, den mündigen zumal, nicht mehr ernst nimmt und auf blosses Stimmenabgeben reduziert. Der dann durchaus auch ein Unrechtsstaat genannt werden darf.
Die unsägliche Phrasenhaftigkeit der Bundeskanzlerin dazu, die ein völlig unrealistisches Baukonzept ohne Substanz und Struktur in Verbindung bringt  mit der fraglichen Zukunftsfähigkeit des Deutschen Volkes. Ja, sind die denn von allen guten Geistern verlassen? Lassen wir uns so von unsern dämlichen Politikern beschimpfen? Alle die Bürger (es sind menschen wie Du und ich, sagte gestern ein Reporter), die dieses hirnrissige Projekt bekämpfen, sind also nicht zukunftsfähig? Wenn das zuträfe, wäre die Diagnose eines dummen, verdummten und geistlosen Volkee zu stellen, mit allen prognostischen Merkmalen des Unterganges. Nein, das Gegenteil ist richtig: wenn man ein von den Politikern gegen alle Widerstände und wider besseres Wissen gestartetes milliardenschweres Eurograb, das keinen Nutzen als den Politikerruhm zu steigern hat (siehe alle bisher vorliegenden Gutachten) dann ist nicht der Bürger, sondern sind die Mappus, Merkel, Ramsauer und wie sie alle heißen, nicht zukunftsfähig. Nun, die nächsten Wahlen kommen bestimmt, aber leider: der Wähler ist sehr, sehr vergesslich!!
Darum: es muss weitergehen mit den Protesten, gerade jetzt! Und sicher wäre auch eine bundesweite Demo mal angesagt, denn das Problem ist jetzt nicht mehr nur ein lokales Stuttgarter oder Baden-Württembergisches Ländle-Problem, sondern eines, das uns alle angeht!

Freitag, 17. September 2010

Sarrazin und unsere politische Correctness

Sarrazin hat recht!! Unsere Ausländer werden in der Masse über lange Zeiträume keinen Bildungsanschluss finden. Wir werden weniger und sie werden mehr...
Wieder mal muss der Chronist der Zeiten anmerken, dass unsere politische Gesellschaft keine klaren Stellungnahmen mehr bezieht und auch nicht verträgt. Thilo Sarrazin, mein (noch??)- Genosse, liebt klare Worte, vielleicht auch ein bisschen verliebt in diese..., und sagt sie aber auch. Über die verfehlte Integrationspolitik, Produktion von kleinen Kopftuchträgerinnen etc. hat er sich, jetzt auch in einem dicken Buch (das keiner bisher ganz gelesen zu haben scheint) ausgelassen. Ein wenig nutzt allerdings auch er die PR und das Marketing zu seinen Gunsten aus. Schade.
Leider hat er auch behauptet, die Volksgruppen seien in ihren Genen unterschieden, sodass man sie danach unterscheiden und bewerten kann. das hat zu einem Aufschrei der Besserwisser geführt. Man kann solches bisher nicht nachweisen, doch war vor kurzem in der WELT zu lesen, dass ein jüdischer Wissenschaftler nachgewiesen haben will, dass eine genetische Besonderheit der Juden über die Jahrhunderte besteht. Ist das nicht wenigstens ein Hinweis darauf, dass die Sarrazinthesen einen Wahrheitsgehalt haben könnten?? leider wird darauf nirgends Bezug genommen. Klammheimlich geben aber fast alle Politiker hinter vorgehaltener Hand, versteht sich, dem enfant terrible recht. Doch offiziell will man ihn aus einer Partei ausschließen, die mal der Partei der Andersdenkenden war! Statt dessen wird geschimpft, wird über Werteverfall und Definition des Konservativenbegriffes trefflich gestritten, hohlmäulig natürlich und weichgespült wie immer. Und im Hintergrund spielt sogar der Bundespräsident eine unrühmliche Rolle. Man ahnt ein wenig, warum sein Vorgänger hingeschmissen hat! Wir leben in einem Lande, das sich einer Ortsbestimmung mehr und mehr entzieht.
Wir wissen nicht mehr, woher wir kommen, wer wir sind und wer wir sein werden.
Deutschland schafft sich ab!
/ghe

Dienstag, 27. Juli 2010

Afghanistan und unser Gesicht

Es stand wieder mal im Spiegel. Nämlich dass die vielen tausende Dokumente über die unsäglichen Kriegsverbrechen der Alliierten in A.rechtlich belastbar und damit "wahr" sind. Ich erinnere mich an dieses Filmchen von Wikileaks über das Abknallen von unschuldigen Journalisten und die zynischen Kommentare dazu aus dem Hubschrauber der US-Armee. Danach wurde immer nur über die Frechheit der Publizisten, nicht aber über das Verbrechen der GIs diskutiert, geschweige denn wurden diese zur Rechenschaft gezogen. Das ist die Wirklichkeit, unter der nun gejammert wird, wie schnell man da wieder raus kommt - exit strategy auf neudeutsch. Ohne das Gesicht zu verlieren - habenwir denn eines?
In ebendiesem Spiegel folgender Beitrag:
Warum die Nato aus Afghanistan abziehen muss...
Lesenswert. Und politisch wunderbar unkorrekt!
/ghe

Donnerstag, 22. Juli 2010

die Sache mit Löw

Heiliger Zorn: Dieser Löw, Bundestrainer für eine Handvoll Jungspunde und Ballspinner, verdient bis zu 4 Mio Euro im Jahr, nach einer Mitteilung der WELT heute, mit dem geradezu unverschämten Zusatz "Dabei hat er dem deutschen Fußball die Schönheit des Spiels zurückgebracht – ob nun demnächst für 225.000 oder gar 333.000 Euro monatlich. Da sollte egal sein, welche der medialen Schätzungen nun stimmt".
Ich habe ja die WM freundlich interessiert mitverfolgt und weiss jetzt sogar schon ein wenig mehr über die Abseitsfalle. Auch den Pseudopatriotismus habe ich schon diskutiert. Aber "Schönheit" als Begründung für 4 Mio Jahresgehalt?
Doch jetzt hat sich der Löw selber ins Abseits gestellt.
Zum Vergleich: Sepp Herberger verdiente 1954 umgerechnet 1500 Euro monatlich = 18.000 Euro/Jahr...
Abgesehen davon, dass man diese 4 Mio. schon mit guter Erfolgsrate in armen Ländern einsetzen könnte - bei der Bekämpfung von Hunger, AIDS und auch Herzkrankheiten, ist es einfach obszön, solche Summen über Vertragsverhandlungen einzufordern. Dieses unkommentierte Berichten in den Zeitungen ebenfalls. Klar - entscheidend ist ein sog. Marktwert, der heute der Leitwert bei allem ist; andere Werte werden heute nicht mehr sinngebend verhandelt. Ökonomie bestimmt unsere Tage, mehr als es früher etwa die Religion tat. Dazu passt auch, dass dieser Löw, der mir nun richtig unsympathisch geworden ist, Werbeeinnahmen (höchste natürlich) beanspruchen darf.
Was bedeutet das alles?
Um es vorwegzunehmen: dies ist kein weiterer Beweis für Neiddenken. Obwohl...
Nein, unsere Gesellschaft, deren Umgang mit der Wirtschaftskrise (welche Krise?) ja nach Angelas Worten im Ausland fast als "kleines Wunder" angesehen wird, ist in erster Linie eine Beliebigkeitsgesellschaft, der im Grunde alles egal ist, wenn nur die Kohlen stimmen. Und wenn der Freizeitwert (auch einer der neuen Werte) ein gewisses Mass an Wichtigkeit erreicht hat. Siehe Lena-Hype. Freizeit ist ein Freiheitswert, übrigens, in dem man z.B. frei von Arbeit ist.Freiheit wovon zählt mehr als Freiheit wofür. Das sieht auch Joachim Löw so. ER versorgt die Menschen mit der Ersatzreligion Fussball, ER ist hinter allen Dingen, ER hat die Macht und das Vermögen (vor allen Dingen)...
Schöne neue Welt (von der sich Huxley nichts träumen ließ).

Freitag, 9. Juli 2010

Fussball ist unser Leben... ?

Fussball ist unser Leben, sagen die Medien, und verdienen daran - Nike, Adidas etc.. Das gilt,selbst wenn Träume zerplatzen.Wie am Mittwoch, als unsere "Jungs" sich von den Spaniern einpacken ließen.
Schade, aber nun verschwinden wohl auch wieder die Embleme der Fussballpatrioten, Fahnen, Vuvuzelas (schreckliche Lärmwaffen) Autoschmuck und Wangenfleckfieber - alles schwarz-rot-gold!
Selbst in meiner Familie haben sie sich mit schwarz-rot-gold eingeschmiert. Patriotismus?
Ja was hat es denn nun mit dem medial überhöhten Fussballpatriotismus auf sich? Geben wir der Vaterlandsliebe nun wieder Raum in der deutschen Seele? Dulce et decorum est pro patria mori? oder pro patria discedere?
Patriotismus ist eigentlich was Positives und hat mit Chauvinismus nichts zu tun. Bekannt ist der Gegensatz zum Nationalismus, mit dem wir nichts mehr zu tun haben wollen.Der Patriot liebt sein Vaterland und äußert sich auch dazu, und wenn er es nicht über Stammtischrituale, sondern über die Rituale einer nationalen Fußballmannschaft tut, so ist das eine harmlosere von vielen Möglichkeiten. Nun ist diese Fußballmannschaft aber nicht so national, sondern viele Spieler haben einen, wie man heute sagt, "Migrationshintergrund", d.h.sie oder ihre Familien sind zugewandert. Sie reflektieren also etwas Multikulturelles, was nicht negativ zu verstehen ist, aber das im Zusammenhang mit dem aufbrandenden Deutschland-Gefühl definiert werden muss. Warum wird eine kaum deutsche Sportmannschaft zum Deutschlandsymbol? Oder ist es nur das momentane Fragment einer ansonsten an diesen Werten herzlich uninteressierten Gesellschaft, die einfach nur Spass hat? Der Leitwert unserer jungen Generation ist der Spass, das was cool ist, und gibt es nicht Spasskindergärten, Spaßpädagogik, Spass-Events etc., was nur das gleiche signalisiert: nur nichts ernst nehmen...

Alles ist Trend und vorübergegehend, schnell vorbei und sehr beliebig. Ist dieser Patriotismus also auch nur nur ein Trend? Wieder vorbei, wenn der Auslöser vorbei ist?
Ich meine: Letzteres, denn das Ganze ist in die Serie von Trendsettings einzuordnen, das wie Schminke, Mode oder Bart immer nur solange gilt wie es "in" ist, dieses schreckliche Wort der verdeckten Ausgrenzung. Also, wenn dieser Pseudopatriotismus leider doch keine neue innere Bewusstseinslage,einen neuen alten Wert widerspiegelt, der plötzlich die Formel "das deutsche Vaterland"wieder zu einer stabilen Aussage werden läßt, dann ist doch alles halb so schlimm.

"Schland, o Schland"... Es ist doch heute alles nur Trend und Spass. Und daher eigentlich eher lächerlich.
Was guckst DU??
/ghe

Montag, 31. Mai 2010

breaking news? breaking disaster!

Leider bestimmt nicht nur Lena, die Eurokrise und die gesichtslose Angela unser Tagesgeschehen, sondern auch der Rücktritt unseres Bundespräsidenten als Krisenmarker; und draußen in der Welt ist es auch nicht gerade ruhig. Da verhalten sich martialische Stoßtrupps der israelischen Armee wie Rambos aus einem schlechten Hollywoodstreifen. Sie stürmen unter Verursachung eines Blutbades harmlose Schiffe mit Hilfsgütern (an Bord Henning Mankell!), um die unmenschliche Blockade des Gazastreifens gegen diese "Angreifer" zu sichern. Israel hat jedes Augenmaß verloren. Lest diesen Link der Süddeutschen Zeitung, der Beitrag ist gut!!
Was soll nur werden...
/ghe

Donnerstag, 27. Mai 2010

Ach Koch, komm doch wieder!

Das schreckt einen ja richtig auf, wenn man das Katastrophenszenario der CDU liest, die angeblich nach dem "Weggang" dieses Herrn Koch (wer?) in ein Loch gefallen ist, das sich aufgetan habe, weil nun keiner mehr weiß, was konservativ nun eigentlich ist, und wen man da ansprechen könnte... Die arme CDU, keiner mehr da, der zeigt wo es lang geht. Angela weiß es schon lange nicht mehr, denn sie will ja eigentlich eine Frauen-CDU, und die ist dann weder konservativ noch links, sondern nur noch Quote (Männer natürlich).
Also was eigentlich ist konservativ? Hat was mit Werten zu tun, was mit gestern, was mit Beharren-Bewahren, doch ist das, was die CDU das bewahren will, es wert? Also Krawatte, Sakko, doch Männerwelt? Und beharren? Sicher, das ginge sogar, denn Beharrlichkeit, wenn es um Macht, Sessel und Posten geht, das könnte schon was CDU-konservatives sein.
Nein, Leute - in einer voyeuristischen, egoistischen und beliebigen Zeit, in der Fernsehfilme nicht ohne gelebten und vorgeführten Geschlechtsverkehr in allen! Positionen auskommen, in der Schüler LehrerInnen vergewaltigen (auch umgekehrt!) und in der der Euro nicht nur Europas Währung, sondern auch dessen Philosophie ist, in der werden beim Wort konservativ ausschließlich Schein(heilige)Diskussionen geführt.
Dabei gibt es sogar eine konservative Haltung, die gar nicht parteigebunden ist: wenn sie sich an überkommenen, aber gültigen Werten orientiert, wie Menschenrecht, Nächstenliebe, Familienfreude, Eingrenzung statt Ausgrenzung, Anerkennung oder Respekt , dann sind wir Älteren, ob nun Sozi oder Linker oder Liberaler oder "Christ"demokrat (welch ein Zynismus!), eigentlich alle konservativ. Und dennoch progressiv.
Nur: diese Werte meint die nun so allein gelassene CDU mit Sicherheit nicht. Die Arme.
Schade. Koch kommt nicht wieder! Prima.
/ghe

Montag, 12. April 2010

Schule, Lehrer, Strafe

Ich gehöre sicher einer anderen Generation, auch der Vorstellungswelt nach, an, als diejenige, die heute die Meinungsmacht vertritt, also vornehmlich in den Medien. Diese verfeuern sich zurzeit sozusagen in den gegenwärtigen Schlagzeilen zu Missbrauch und Misshandlung in Schulen, kulturellen und sozialen Einrichtungen, besonders der katholischen Kirche. Vielen dieser Entdeckungen kann man nur mit Ekel und Kopfschütteln begegnen, und das öffentliche Verhalten der katholischen Kirche ist da mehr als irritierend.
Andererseits führt das aber auch zu einer grotesken Vermischung der Begriffe, so dass etwa Missbrauch und Misshandlung fast gleichgesetzt werden. Nun kann man ersteres sicher nur und mit allem Nachdruck verurteilen, da gibt es keinen Zweifel. Zum zweiten aber, nämlich dem Gebrauch körperlicher Züchtigung, kann man einer differenzierten Meinung sein, wenn man einer aussterbenden Generation angehört wie ich.
Ich lese zum Beispiel einen Beitrag von Heribert Prantl, einem von mir sehr geschätzten investigativen Journalisten, in der Süddeutschen Zeitung:
<< Die Eiszeit der Erziehung ist soeben erst zu Ende gegangen. Sie war eine Art Scharia im Westen. Die Misshandlungsskandale, die heute entdeckt werden, sind ihr Nachhall. >>
Dazu aus meiner Sicht Folgendes:
Da ich gegenwärtig an einer Website unserer Gymnasialklasse von 1956 (am humanistischen Gymnasium, dem heutigen Ratsgymnasium in Minden) und früher bastele, versuche ich mich zusammen mit meinen Kameraden an unsere Lehrer und an das, was sie „erziehungstechnisch“ mit uns taten, zu erinnern. Ich kann mich an „Tatzen“ erinnern, Kameraden an wohl gezielte und sinngebende Ohrfeigen im Anschluss an Schülerverfehlungen, die zwar aus unserer Sicht „harmlos“ waren, aber dieses Attribut aus der Sicht der Lehrer eben nicht besaßen. Einer meiner Kameraden bringt es aber auf den Punkt, indem er schreibt:
<< … dass unser Biologielehrer Karlchen Kirchhof auf mich, bzw. diese Lederhose mit einem Stock eingeschlagen hat, wobei der Stock zerbrach. Wir wären niemals auf die Idee gekommen, damals von Prügelpädagogen zu sprechen. >>
Wir haben an unserer Schule unsere Lehrer immer als Vorbilder, und als gütige, verständnisvolle Erzieher erlebt, als welche sie auch in unserer Erinnerung weiterleben. Also: nachdem wir unsere Reifeprüfung gemessen an unsern Biografien, abgelegt haben, konstatiere ich: es hat niemandem von uns geschadet. So what?
Heute wird alles problematischer angesehen, als es ist, und es wird gerade von den Medien, in der Annahme, das sei Auflagen- oder Quoten-steigernd, hochgefeuert. Sicher gab es Übergriffe, sicher waren manche Lehrer keine Erzieher, aber eine gezielte, maßvolle Züchtigung als Folge von Regelverstößen hat ihren Beitrag dazu geleistet, dass unsere Schule eine von uns ernstgenommene Instanz war. Tugenden, die heute von manchen Berufsgruppen vergeblich wieder eingefordert werden, wie Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Disziplin, wurden uns zur alltäglichen Selbstverständlichkeit. Davon haben wir sicher unser Leben lang gezehrt.
Und Heribert Prantl weiter:
<< Ist der Leistungsdruck, der heute vielen Kindern von ihren Eltern aus der verunsicherten Mittelschicht eingepflanzt wird, nicht auch gewalttätig? An vielen Jugendlichen kann man heute die typischen Managerkrankheiten beobachten. >>
Dem ist nichts hinzuzufügen!
/ghe

Mittwoch, 17. März 2010

erst kommt der BMW, dann die Moral

Man sehe sich diesen ungemein putzenden Beitrag auf Coliquio an, dem Fachnetzwerk für Ärzte...
Ich bin ziemlich sicher, dass der geschilderten Situation ein hoher Wirklichkeitswert zukommt. Auf diesem Hintergrund sind die Modelle der sog. Gesundheitsreform, die bisher nur die Beitragszahler - Dich und mich - betreffen, besonders aufschlussreich, denn die Ausgabenseite - und das heißt auch unangemessene Honorare der lieben Kollegen - wird nach einem begrenzten medialen Aufflackern derzeit wenigstens in den Medien nicht mehr diskutiert. Das Abzocken der Kassenpatienten (s. Fall Broelsch) wird dann weiter zunehmen, dafür ist der Beitrag ein gutes Beispiel.
/ghe

Dienstag, 16. März 2010

der Akt des Hippokrates

Im Spiegel stehen manchmal Sachen... z.B. eine bedrückende Historie über die Abberufung des Herrn SAWICKI, IQWIG, und gefürchteter Kritiker unseres schwachsinnigen und pharmalobby-abhängigen Gesundheitssystems: man lese bitte diesen Link! So wird heute gelbe (liberale?) Politik gemacht.
/ghe

Mittwoch, 17. Februar 2010

Es sei kein Tsunami, sondern nur eine Westerwelle...

Es sei kein Tsunami, sondern nur eine Westerwelle, sagte einer, der’s wissen muss, aus dem alpenländischen Ozeanien, genannt Bayern. Es ist der Horst, um es gleich zu sagen. Und wieder muss der Blogger reagieren, wenn nämlich es ihn aufregt, es ihm wieder über die Hutschnur geht. Oder wenn einem der Hut hochgeht, vor Wut darüber, dass geschwafelt wird, nur um Wählerstimmen abzugreifen, und dass die Streitkultur in unserem Lande zur Neidkultur verkommt. Doch ein Tsunami?
Was also ist wieder passiert? Die sich die Mäuler immer gleich zerreißen, sind natürlich froh und voll davon, die Medien nämlich, die seit Tagen den Guido, eher nicht mein Freund, ver“schlagzeilen“. Der meint, man müsse denjenigen, die arbeitslos und vor der Glotze hängen (nein, nicht die Rentner, sondern die von Peter Hartz Geförderten) endlich die Mücken streichen, die Knete kürzen und sie denen zukommen lassen, die „den Karren ziehen in unserm Lande“, also die heute so genannten „Leister“. Meint der Oberkarrenzieher, der auch das Wort von der „spätrömischen Dekadenz“ geprägt hat, jener Phase etwa 200-300 n.Chr., in der Brot und Spiele der Besänftigung der Massen dienten, und in der Arbeit als Nebensache gesehen wurde.
Nun ist es ja Mode geworden, sich an den sozialen Biotopen unserer Tage medial zu ertüchtigen, man nenne Sarrazin, Buschkowski etc. Allen gemeinsam ist, dass das berühmte Wahrheitskörnlein darinnen steckt. Es gibt eben die Jogginghosenträger, mit der Bitburger-Flasche und der Glotze, sowohl als Einheimische als auch bei den Ausländern… Aber auch die gibt es, die lieber heute als morgen einen Job annehmen würden, wenn man sie nur ließe. Denen wird diese Diskussion gehörig auf den Keks gehen.
Und nun sollen die Karrenzieher, also die, die nicht zu den genannten Gruppen gehören, ihre Knete in gehörigem Abstand von diesen Jogginghosenträgern aufgestockt bekommen, damit „sich Leistung wieder lohnt“! Abgesehen von der Finanzierbarkeit: es trifft einerseits die Mindestlohndiskussion, andererseits aber vertieft es die soziale Schere. Immerhin hat die Armut in Deutschland gegenüber 1998 um 30% zugenommen (DIW-Studie 2009). SPD, hier musst du einsetzen! Hat es schon einer bemerkt? Heiko Mass, unser Vorsitzender, hat es wie ich meine richtig gesehen:
„Nicht HartzIV-Empfänger sind eine Gefahr für den sozialen Zusammenhalt unseres Landes, sondern die Zocker an den Börsen. Wenn Westerwelle „spätrömische Dekadenz“ sucht, wird er zuallererst in der eigenen Klientel fündig. Bankmanager, die durch unverantwortliches Herumspekulieren ein ganzes Wirtschaftssystem gefährden und danach trotzdem fette Boni kassieren. Steuerflüchtlinge, die ihr Geld lieber illegal ins Ausland schaffen, statt ihren Beitrag zur Finanzierung von Bildung und Allgemeinwohl zu leisten. Immer mehr Reiche, die immer wenig teilen wollen…“
Rüttelt nicht an den sozialen Biotopen unserer Gesellschaft! Sondern schützt sie!
/ghe

Samstag, 23. Januar 2010

Nun haben wir wieder was: IQWIG und das Pharma-Karma.

Bous, 23.1.2010
Seit einigen Tagen meldet die Presse, wenn auch sanft und abgespeckt, über ein Verfahren gegen den Chef des unabhängigen Kontrollinstituts IQWIG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen), dessen Vertrag wegen kleiner Fehler bei Spesenabrechnungen (so wird es jedenfalls in der Presse zugegeben) nicht verlängert wird. Es handelt sich um den Fall Sawicki.
Man muss wissen, dass das Institut – von der SPD eingerichtet – und dieser Professor Sawicki sich bei der Kontrolle der Pharmaindustrie einen Namen gemacht haben, indem z.B. überteuerte Medikamente in ihrem Nutzen geprüft wurden und man dann oft zu dem Schluss kam, dass eine Markteinführung bei derart geringem Nutzen nicht gerechtfertigt war. Das freute diese mächtige Industrie natürlich gar nicht, sie konnten aber dieses Institut irgendwie nicht auf Linie bringen! Da war zu viel sorgfältige Arbeit im Spiel. Mist, Mist! Warten also auf den günstigsten Zeitpunkt der Vernichtung dieses Schmutzfinken. Regierungswechsel. FDP. Klientelschutz. Und nun geht plötzlich alles, vor allem Sawicki. Wieder freies Feld für die Machenschaften dieses Kartells, das Medikamente inzwischen nur auf en Markt bringt, um Geld zu verdienen, nicht aber, um den Menschen zu helfen.
Ich bin ja nun selber Doktor, war selber "Entscheider" und weiß, wie dieses Kartell funktioniert und wie es in der Lage ist auf den verschiedenen Instrumenten meisterhaft zu spielen.

Erstes Instrument: der Arzt. Das habe ich oft genug am eigenen Leibe erfahren, und zugegeben: nicht leidvoll, sondern als Mitspieler. Schmeichelhafte Besuche von „seriösen“ Pharmavertretern, mit dem Ziel der Beeinflussung, zunächst durch Worte, dann durch Bestechung (die man nie so ganz und sofort als solche erkennen sollte), schließlich durch Drohungen oder „Liebesentzug“, etwa, dass die teuren Teilnahmen an Kongressbesuchen nicht mehr durch diese Firma getragen würden. Fast jeder knickte ein und verordnete wunschgemäß.
In dieses Feld gehören natürlich auch die Industrie -gesteuerten Studienaufträge. Mit hohem finanziellen Aufwand werden Studien (etwa diese riesigen trials zu den ACE-Nachfolgepräparaten) initiiert, die bestimmte (natürlich positive) Ergebnisse erzielen müssen, sonst wird die Studie eben abgebrochen, meist aus so genannten ethischen Gründen!
Zweites Instrument: der Apotheker. Da bin ich nun nicht so genau informiert, aber ich weiß, dass so genannte Rabattverträge auch im Sinn der Pharmafirmen wirken, dass nämlich eine Bindung an diese und nur diese Firma erzeugt wird, wenn man einen solchen Vertag abschließt.
Drittes Instrument: Werbung. Weites Feld. Hier greift dann die plumpe psychologische Steuerung auf dem Laiensektor, oder die etwas verfeinerte Steuerung auf dem Fachpressesektor. Doch damit wird ja in diesen Medien sehr viel Geld verdient. Und das ist auch ein Grund, weshalb die Presseinformation über die Causa Sawicki nur schleppend in Gang kommt oder aber eben sehr weichgepolstert. Es gibt aber Ausnahmen der Berichterstattung, wie z.B. dieser Link zu einem Video des ZDF.
Sollte man sich ansehen.
Viertes Instrument: Politik. Das ist ja nun das, was am meisten stinkt, weil es jetzt so offensichtlich wurde. Viele Volksvertreter waren es schon immer verdeckt, und sind es nun ganz offen: wohl nur noch Ausführungsorgane einer mächtigen Lobby. Es fällt einem John le Carre ein (Der ewige Gärtner). Dabei macht die linkslastige CDU fast weniger Ärger als diese Gelben. Dieser Rösner, der die mühsam Gestalt annehmenden Anstrengungen zur sektorübergreifenden Versorgung möglichst schnell wieder rückgängig machen will, der als Aufseher über den Gesundheitsfond einen hochkarätigen Vertreter der PKV berufen hat, der die Einnahmen im Gesundheitssystem steigern, aber die Ausgaben (für Arzneimittel) nicht begrenzen will, der hat nun auch den Sawicki abgeschossen. Gratulation. FDP. Man nennt das heute Klientelpolitik. Auch unsere Kollegen, die Ärzte, freut das - wenn auch nur eine besondere Gruppe, die nämlich der niedergelassenen Fachärzte, die ihre Existenz endlich wieder gesichert sehen.

Hier müsste nun ein Diskurs über die Frage anheben, was denn nun eigentlich liberal sei. Freiheit der Andersdenkenden? Freiheit im Sinne von „ich bin so frei“? Frei sein von allen Fesseln, um die Ellenbogen frei zu haben, aber nicht Freiheit für die Schwachen im Lande? Sucht es Euch aus.
/ghe

Dienstag, 12. Januar 2010

Winterfreuden 2010

Dienstag, 12. Januar 2010 08:04
Angela sagt ja nichts mehr. SPD und Al Qaida sind auch nicht mehr so präsent und Wahlen stehen bis Mai auch nicht an. So fehlen hämische Nachrichten derzeit, wenn man von Liebesaffären irischer Politiker und dem Wirtschaftsreisenden namens Westerwelle mal absieht. Sicher Margot hat‘s mal gesagt, wie schön, endlich mal ein(e), die „Afghanistan nicht gut“ findet, aber – sie rudert jetzt ganz schön zurück, nachdem sie vor den vonundzu G. zitiert wurde. Tja, ein paar Nachrichten eben.
Aber was ist das schon gegen diese Katastrophe:
Eine beispiellose Katastrophe namens Nachrichtenflut, den Wintereinbruch, denn mehr war es ja nicht, betreffend, ist über den Nachrichten-konsumierenden Rentner hereingebrochen. Man sprach von Schneechaos, Schneekatastrophe und auch vom Elend der Menschen in der Kälte, die allerdings teilweise lustig über die Schneehügel rutschten und auch bei Geschehnissen, wie dem Landeanflug des Autos in den Graben, nur ein wenn auch etwas gezwungenes Lächeln aussandten – es ist eben Winter. Es soll auch Erfrierende und Erfrorene gegeben haben. Leider viel zu wenige, um die Schlagzeiten zu füllen und die Auflage oder Reichweite oder Quote zu erhöhen… Winterliches wurde zu Lebensbedrohung, es wurde in der Tat empfohlen, sich für mindesten drei Tage Lebensmittelvorräte anzulegen, sozusagen, Notversorgung wegen der drohenden Vernichtung!
Sicher, in manchen Regionen, etwa auf der Insel Fehmarn, muss es ziemlich eklig gewesen sein, der Schnee und das alles. Der dortige Bürgermeister kam mindestens fünfmal in den Nachrichten vor; der hatte eben auch was davon. PR durch Daisy, so hieß das Tief nämlich das den Schnee mit sich trug.
Wir sind also nochmal davon gekommen. Heute ist schon „the day after“.
Alles überzogen, überspitzt und an den Haaren herbeigezogen. Man muss eben Nachrichten fabrizieren, um der Nachrichten willen. Daran hängt ja die Nachrichtenindustrie, Moderatoren wollen bezahlt, Korrespondenten (in Wintervermummung, spaßig!) wollen gesendet und „specials“ wollen verbreitet werden. So ein blöder Schwachsinn! Und dem sind wir Rentner als Fernsehkonsumenten mit Flachbildschirm, ausgeliefert. Wie hieß es doch gleich? Jetzt sind nicht nur die Bildschirme flach, auch die Programme. Und das ist eine wichtige Wahrheit des neuen Jahres.