Er will bleiben!
Es ist aber mal so: man sagt, die "Performance" des Bundespräsidenten sei mangelhaft. Er sei in die Mäuler der Medien geraten. Medienkampagne. Selbst schuld!
Das gestrige Interview (übrigens wieder von Halbwahrheiten oder gar Lügen durchzogen) ist so sehr von Selbstmitleid getragen, dass man fast selber weinen muss. Das Salbadern des Staatsoberhaupts ist, wie er auch menscheln will, unerträglich geworden. Sicher, hier wird ein Mensch vor die Tribunale der Medien gezerrt, und es ist so eine Art von mittelalterlicher Steinigungsszenerie, die da abläuft. Das tut einem zwar leid, und Entschuldigungen sind in erster Liehe Demutshaltungen, die Beißhemmung erzeugen sollen (auch Performance eben), aber sie sind im Falle öffentlicher Personen auch so was wie Masken: dahinter laufen alle Prozesse der Anbiederung, der politischen Zweckhandlungen, der Beschönigungen und auch der Verschleierungen weiter.
Nun könnte man ja vergeben. Das christliche Gebot der Vergebung umschließt aber auch die tätige Reue des Heischenden! Und die ist hinter dieser Salamitaktik des BP nicht zu vermuten. Tragisch?
Das ist weniger tragisch als schade - und ein Zweites spielt mit: Wulff ist ein Aufsteiger, der sich mit dem Glamour des Parvenus umgibt. Da kommt Neid des bürgerlichen Durchschnitts auf. Also bei uns. Tatoos bei seinem "schönen Weibe? Unappetitlich. 500.000 Euro Kredit zu sehr günstigen Bedingungen (0,9%)? Unverschämt. Denn wer hat schon solche Freunde, die einem das vermitteln könne, in dieser Gesellschaft? Wie sagte H.M. Broder in der WELT so schön?
"Wulff will Präsident von einem Land sein, in dem man sich Geld von Freunden leihen darf. Aber die, die dieses Land tragen, haben selten Freunde mit einer halben Million Euro…"
Dem ist nur hinzuzufügen:
Treten Sie ab, Herr Wulff! Sie haben noch nicht einmal das Zeug zu einem Tragöden. Gauck wäre besser. Dann sind wir alle wieder menschlicher. Oder haben die Chance dazu.
Donnerstag, 5. Januar 2012
Dienstag, 3. Januar 2012
Wulff tritt ab!
Leider soll dies keine Meldung irgendeines Blattes unserer nachrichtengeilen Medienlandschaft sein, sondern eine Aufforderung, ein Ruf! Und zwar ein klarer, ein lauter. Wenn dieser Mann im Amt bleibt, ist das Ansehen der BRD auf immer beschädigt. Der Bundespräsident ist keine politische, sondern eine moralische Instanz und als diese hat er jämmerlich versagt. Jawohl, unter Gauck wäre dieses nicht passiert. Aber unser Land ist ja von einer Horde Politiker beherrscht, die alles andere perfekt beherrrschen, aber nicht die Moral zu ihrem Leitbild oder zum Wert machen können oder wollen.
Armes Deutschland.
Und ich glaube sogar klammheimlich, der Jammerlappen bleibt im Amt... Kein Politiker will seinen Rücktritt wirklich, denn alle fürchten die Aufdeckung anderer, ähnlicher Machenschaften und Verfehlungen in der absonderlichen und angenehmeren Nähe zu den Bild, Maschmeyer und Porsche o.ä.
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